Erdgasfahrzeug oder LPG-Auto?

Autogasfahrzeuge sind geringfügig vorteilhafter

Soll es beim Autokauf ein Erdgasfahrzeug sein? Oder tendieren Sie zu einem der verschiedenen Autogasfahrzeuge? Wir klären Sie über die Eigenarten dieser Autos auf.

Erdgasfahrzeug oder LPG-Auto?Erdgasfahrzeug nicht mit LPG betanken ©flickr / mr_billiam

Mancher Autofahrer stellt sich die Frage, worin der Unterschied zwischen einem Erdgasfahrzeug und einem Autogasfahrzeug besteht, nach dem Motto: Gas ist Gas, doch ganz so einfach ist es nicht. Als Naturprodukt kommt Erdgas (CNG) wie das Biogas der Abfallwirtschaft oder anderer Methanerzeuger in verschiedenen Zusammensetzungen vor und wird in stark komprimierter Form verwendet, während Autogas (LPG) ein bei hohem Druck verflüssigtes Kohlenwasserstoffgemisch ist.

Bivalente und monovalente Autogasfahrzeuge

Generell wird bei Gasfahrzeugen, egal ob bei Erdgasfahrzeugen oder Autogasfahrzeuge, ein Verbrennungsmotor benützt. Technisch gesehen entsteht in der Einspritzanlage ein Gas-Luft-Gemisch, das sich wie beim Ottomotor mithilfe eines Funkens entzündet und damit den Verbrennungsvorgang in Gang setzt. Unterschieden wird in bivalente und monovalente Fahrzeuge sowohl bei Erdgas- als auch bei Autogasfahrzeuge. Die monovalenten Fahrzeuge nutzen Gas genau wie Benzin, d.h., sie benötigen keinen zusätzlichen Treibstoff. Meistens haben sie allerdings noch einen Zusatztank für ca. 15 Liter Benzin. Bivalente Fahrzeuge können als Kraftstoff sowohl Gas als auch Benzin verwenden. Gestartet werden sie mit Benzin, ist der Motor entsprechend erwärmt, kann, muss aber nicht, auf Gasbetrieb umgestellt werden. Ein Wechsel zwischen den Treibstoffarten ist hier jederzeit möglich. Sie haben durch diese Technik eine ähnliche Reichweite wie konventionell betriebene Pkw.

Unterschied zwischen Erdgasfahrzeug und Autogasfahrzeug

Der entscheidende Unterschied zwischen Auto- und Erdgasfahrzeugen liegt zum einen in der Unterbringung der Tanks und zum anderen im CO2-Ausstoß. Der Tank beim Erdgasfahrzeug wurde anfangs überwiegend im Kofferraum eingebaut, bei den meisten Serienfahrzeugen ist er allerdings inzwischen unterflurig angebracht, sodass dieser Platzverlust nicht mehr gegeben ist. Die Tanks haben 300 bar Prüfdruck und 600 bar Berstdruck, womit die Sicherheitsanforderungen absolut gewährleistet sind. Eine Besonderheit bei Nutzfahrzeugen ist die Anbringung der Tanks auf dem Dach.

Das CNG-betriebene Fahrzeug hat im Vergleich zum Benziner eine ca. 25% geringeren CO2-Ausstoß. Beim Autogasfahrzeug können für den Treibstoff Radmuldentanks mit einer Größe von ca. 100 l verwendet werden, erhältlich sind diese mit bis über 200 l Fassungsvermögen. Ein Einbau von LPG-Tanks ist deutlich kostengünstiger als ein CNG-Tank, da es sich nicht um Hochdruckbehälter handelt, für die Autogastanks ist lediglich einen Prüfdruck von 40 bar vorgeschrieben, der Betriebsdruck liegt bei 8 bar bis 12 bar. Die CO2-Reduktion gegenüber dem Benziner liegt bei ca. 15%.

Fazit

Welches das System der Zukunft sein wird, Erdgas- oder Autogasfahrzeug, kann noch nicht sicher prognostiziert werden. Unter Effizienzgesichtspunkten betrachtet hat das etwas teurere Autogasfahrzeug dem Erdgasfahrzeug gegenüber aufgrund der günstigeren Einbaukosten und höheren Reichweiten einen Vorteil, bei einer nachträglichen Umrüstung wird aber dennoch aus Platzgründen häufig das Erdgasfahrzeug bevorzugt. Steuerlich betrachtet gibt es keinen Unterschied, angeboten werden sowohl Erdgas- als auch Autogasfahrzeuge inzwischen von allen europäischen KFZ-Herstellern.