Gehen Sie mit Ihrem Pkw-Anhänger auf Nummer Sicher!

Halten Sie Ihre Anhänger-Bremsen gut in Schuss!

Egal ob als Wohnwagen, mit Planenaufbau, als Tieflader oder Pferde-Trailer: Anhänger steigern den Einsatzbereich eines Autos enorm und sind entsprechend beliebt. Doch was ist 

Gehen Sie mit Ihrem Pkw-Anhänger auf Nummer Sicher!Sind Ihre Anhänger-Bremsen gut in Schuss? ©flickr/Michael Pereck

Um bei der Nutzung vom Pkw-Anhänger auf der sicheren Seite zu sein, sollte der Fahrer einige Vorschriften kennen und ihnen Folge leisten beachten – zum Beispiel in Sachen Bremsen. Bertelshofer, einer der führenden Anbieter von Anhängerkupplungen, hält daher einige Tipps bezüglich der Verzögerungsanlage bereit. Leichte Anhänger mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 750 Kilogramm erfordern in Deutschland genau wie in Österreich keine eigene Bremsanlage. „Bei schwereren Trailern ist sie zwingend vorgeschrieben“, erklärt Bertelshofer-Sprecher Daniel Korn. Typischerweise finden bis zu einem Gesamtgewicht von 3.500 Kilogramm – mehr kommt im Pkw-Bereich kaum vor – so genannte Auflaufbremsen Verwendung. Sie lösen anhand mechanische betätigter Hebel stets dann aus, wenn das Zugfahrzeug sein Tempo reduziert und die Anhängerkupplung somit auf die Deichsel drückt. Dies hat zur Folge, dass je kräftiger das Auto bremst, umso stärker auch der Anhänger verzögert. 

Darf Ihr Auto das zulässige Gesamtgewicht vom Pkw-Anhänger ziehen?

Das Rückwärtsrangieren mit Auflaufbremse ist dank ausgeklügelter Mechanik bei aktuellen Modellen aber problemlos machbar – früher lief hier nichts ohne einen manuellen Eingriff. Selbstverständlich sollten Anhängerbremsen regelmäßig durch einen Fachbetrieb inspiziert und gewartet werden: Gerade bei seltener Nutzung lassen Standschäden nicht lange auf sich warten, was unter Umstanden auch den Austausch einiger Verschleißteile nötig macht. Ob ein Pkw das jeweils zulässige Gesamtgewicht eines Anhängers voll ausnutzen kann, ist wiederum eine ganz andere Sache. „Hier sind die konkreten Angaben im Fahrzeugschein unbedingt zu beachten“, hebt Daniel Korn hervor: „Auch hier wird zwischen einer gebremsten und einer ungebremsten Anhängelast unterschieden, die entsprechenden Angaben finden sich unter den Punkten 0.1 und 0.2.“ Pkw-Anhänger bieten aber noch weitere Fallstricke, wie Korn weiß: „Für Missverständnisse sorgen immer wieder auch die Vorschriften zum Thema Abreißseil, das Anhänger und Zugfahrzeug als zusätzliche Sicherung verbindet. Auch wenn man das in der Praxis oft anders sieht, ist diese Maßnahme nur für gebremste Anhänger sinnvoll und gesetzlich vorgeschrieben.“ 

Anhänger-Bremsen per Seil aktivieren

Dem Abreißseil, das manchmal fälschlicherweise als Fangseil bezeichnet wird, obliegt es keinesfalls, das Gespann „zusammenzuhalten“, sollte die Verbindung über Kugelkopf und Kupplungsmaul einmal den Geist aufgeben. Löst sich der Pkw-Anhänger wegen eines Defekts oder aus sonstigen Gründen während der Fahrt, soll das Abreißseil allein die Anhänger-Bremsen auslösen und dann an einer bestimmten Stelle abreißen, um das Zugfahrzeug nicht zu destabilisieren oder zu beschädigen. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass ein abtrünniger Anhänger unkontrolliert über die Straße rollt und dabei andere Verkehrsteilnehmer über Maß gefährdet. Vor allem bei abnehmbaren Anhängerkupplungen sollte das Abreißseil unter keinen Umständen am Kugelkopf angebracht werden. In sehr seltenen Fällen kann dieser wegen einer nicht ganz eingerasteten oder defekten Verriegelung aus der Aufnahme springen. „Da das Abreißseil bei einem solchen Vorfall nicht ausreichend gespannt würde, blieben die Anhängerbremsen inaktiv“, erläutert Daniel Korn.