Head-up Display nachrüsten – geht das?

Ein HUD steigert Sicherheit und Fahrkomfort wesentlich

In der Regel schlägt ein Head-up Display beim Neuwagen-Kauf mit sattem Aufpreis zu Buche – so ein HUD für den jeweiligen Wagen überhaupt erhältlich ist. Verständlich, dass angesichts dessen viele Autobesitzer ein Head-up Display nachrüsten wollen.

Head-up Display nachrüsten – geht das?Das Garmin HUF zum Nachrüsten ©Garmin Ltd.

Das Head-up Display (HUD) im Auto steigert den Fahrkomfort deutlich, da der Fahrer seine Augen für wichtige Informationen nicht mehr auf die Tacho oder den Navi-Monitor richten muss. Tempo, Abbiegetipps oder Überholverbote werden stattdessen direkt in die Frontscheibe projiziert. Diese Annehmlichkeiten berechnen die Fahrzeughersteller allerdings üppig bezahlen. Für das typischerweise erst ab der gehobenen Mitteklasse verfügbare Premium-Extra sind dem Autohändler nicht selten 1.000 Euro oder noch mehr zu überweisen. Günstiger geht es, lässt man ein Head-up Display nachrüsten oder wagt sich selbst an den Einbau. So bietet etwa Garmin zum Preis von etwa 150 Euro ein HUD zur nachträglichen Anbringung an. Der Mini-Projektor gibt Hinweise Infos zur Route, also Abbiegehinweise und Kreuzungsansichten, die zulässige Höchst- und die aktuelle Geschwindigkeit sowie die voraussichtliche Ankunft am Ziel direkt auf der Windschutzscheibe wieder.

Das Smartphone mit Navi-App unterstützt das HUD

Das Agrmin HUD weist keine eigene Navi-Funktion auf, sondern bezieht die Routenführung per Bluetooth vom Smartphone. Hierzu ist die Navi-App der Garmin-Tochter Navigon oder die von Garmin selbst erforderlich. Die Apps kosten für Europa abhängig von Handy-Betriebssystem und Länderumfang etwa 40 bis 80 Euro. Zum Lieferumfang gehört neben der eigentlichen HUD-Einheit ein 12-Volt-Kabel für den Zigarettenanzünder im Auto, eine Reflexionsfolie zum Aufkleben auf Frontscheibe, zusätzlich eine Projektionsscheibe zum Aufstecken sowie das Handbuch. Die Folie sorgt für ein besseres Bild, während die Aufsteckscheibe sich für den Wechseleinsatz in mehreren Fahrzeugen empfiehlt. Wurde das HUD-Modul auf dem Armaturenbrett befestigt, ist das Stromkabel in die 12-Volt-Buchsezu stecken, das Smartphone via Bluetooth zu verbinden und die Navi-App zustarten.

Head-up Display nachrüsten – was stört?

Das Head-up Display zum Nachrüsten projiziert keine Karte wie beim Handy-Bildschirm, sondern nur die Abbiegehinweis nebst simplem Fahrspurassistent auf die Scheibe. Die gesprochenen Sprachanweisungen kommen unverändert aus dem Smartphone – oder auf Wunsch über eine zweite Bluetooth-Verbindung aus den Autolautsprechern. Bevor Sie nun auch ein Head-up Display nachrüsten wollen, soll aber noch zwei Schwachstellen erwähnt werden. Einerseits gibt’s keine detaillierten Stauinfos, die dann doch per App auf dem Smartphone zu suchen sind. Außerdem nervt spätestens bei längeren Touren Kabelgewirr: Der kommt 12-Volt-Stecker für das Head-up Display kommt mit zusätzlichem USB-Anschluss, um so das Telefon mit Strom zu versorgen. Folglich hängen dann zwei Kabel über der Mittelkonsole. Zudem, das ist der App anzulasten, stimmen die Angaben zur erlaubten Geschwindigkeit so manches Mal nicht. Damit ist das Nachrüst-HUD zwar günstig, aber noch keine vollwertige Alternative zu den Angeboten der Fahrzeughersteller, die die Tempolimits meist situativ per Verkehrszeichenerkennung erfassen.