Der Reifen-Geschwindigkeitsindex – Darum sollte er beim Reifenkauf beachtet werden

Für welches Tempo ist mein Autoreifen eigentlich zugelassen?

Beim Reifenkauf ist nicht nur ein Blick auf den Preis, das EU Reifenlabel oder die Nassbremswerte nötig. Auch der Reifen-Geschwindigkeitsindex muss beachtet werden.

Der Reifen-Geschwindigkeitsindex – Darum sollte er beim Reifenkauf beachtet werdenDer Reifen-Geschwindigkeitsindex ist zu beachten ©flickr/ The Ti

Der Reifen-Geschwindigkeitsindex ist für Sie reine Schikane der Reifenmafia? Vollkommen richtig, denn schließlich wird in der Formel1 ja auch mit Reifen für Schubkarren gefahren. Reicht doch schließlich. Das ist zwar eine völlig überspitzte Darstellung der Realität, doch keineswegs eine zu vernachlässigende. Denn macht ein Autoreifen beim Reifenhändler im Regal noch einen sehr soliden und robusten Eindruck, kann sich das ins komplette Gegenteil umkehren, sollte der Reifen oberhalb seines Geschwindigkeitsindexes genutzt werden. Fällt ein bis beispielsweise 210 km/h freigegebenes Produkt beim Reifentest innerhalb dieses Tempobereiches nicht weiter auf, kann sich das schon mit zehn Sachen mehr auf dem Tachometer ändern. Gummimischung und Konstruktion sind nicht auf die erhöhte Beanspruchung ausgelegt, es kann zu Blasenbildung, Ablösung der Lauffläche von der Karkasse sowie kurz darauf zum Reifenplatzer kommen – und zwar schon binnen weniger Minuten.

Sollte der Autoreifen die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit erfüllen?

Der Reifen-Geschwindigkeitsindex hat also seine Bewandtnis, und es ist zumindest beim sommerlichen Reifenkauf sehr empfehlenswert, ein Fabrikat zu wählen, dessen Geschwindigkeitsindex dem der Höchstgeschwindigkeit vom eigenen Auto entspricht oder sicherheitshalber ein kleines Stück darüber liegt. Beim Erwerb von Winterreifen haben die meisten Käufer Schnee und Eis im Kopf und gehen folgerichtig davon aus, dass sie eher mit gemäßigtem Tempo unterwegs sein werden. Also greifen sie zu einem Produkt mit einem deutlich geringeren Geschwindigkeitsindex, was sich auch finanziell bemerkbar macht: Wer schnell sein will, der darf auch mehr berappen. Nun ist noch ein kleiner Aufkleber mit dem für die Pneus zulässigem Höchsttempo – zum Beispiel 180 km/h – im Sichtfeld des Fahrers, also idealerweise irgendwo im Bereich der Armaturen anzubringen. Dies soll ihn erinnern, bei schnee- eis- und verkehrsfreier Autobahn nicht Vollgas zu geben und sein Tempo dem Reifen-Geschwindigkeitsindex anzupassen.

So wird der Reifen-Geschwindigkeitsindex entschlüsselt

Der Reifen-Geschwindigkeitsindex stellt das letzte Zeichen in der Reifenbezeichnung dar und ist auf der Flanke des Reifens zu finden. Das Kürzel ZR gilt prinzipiell für über 240 km/h zugelassene Pneus. Häufig verfügt es noch über einen Zusatz. Weist die Reifenflanke zum Beispiel: 235/40 ZR 17 Y auf, sind in diesem Fall also maximal 300 km/h erlaubt. Steht dieser Zusatz in Klammern, beispielsweise 305/30 ZR 21 (Y) sind mit diesem Produkt auch Geschwindigkeiten oberhalb von 300 km/h erlaubt. Folgende Geschwindigkeitsklassen sind beim Reifenkauf für Pkw-Fahrer besonders relevant:

  • L: 120 km/h
  • M: 130 km/h
  • N: 140 km/h
  • P: 150 km/h
  • Q: 160 km/h
  • R: 170 km/h
  • S: 180 km/h
  • T: 190 km/h
  • U: 200 km/h
  • H: 210 km/h
  • V: 240 km/h
  • VR: >210 km/h
  • W: 270 km/h
  • ZR: >240 km/h
  • Y: 300 km/h