Die optimale Profiltiefe bei Sommerreifen

So unkompliziert können Sie die Profiltiefe messen

Bevor Sie überstürzt neue Reifen kaufen, weil Sie glauben, die gesetzliche Mindest-Profiltiefe unterschritten zu haben, messen Sie erst einmal nach. Das geht sekundenschnell und verschafft Ihnen anders als zu Beispiel Ihr Augenmaß absolute Klarheit.

Die optimale Profiltiefe bei SommerreifenNeuer und abgenutzer Reifen im Vergleich ©flickr/ The Pug Father

Wie die optimale Profiltiefe bei Sommerreifen aussieht, differiert nach persönlichen Vorlieben. Wie wiederum eine unoptimale aussieht, ist bereits Bestandteil der theoretischen Führerscheinprüfung: Die Profiltiefe bei Sommerreifen darf wie bei allen Pkw-Reifen im Straßenverkehr 1,6 Millimeter an keiner Stelle der Lauffläche unterschreiten. Dies gilt zwar grundsätzlich auch für Winterreifen, doch empfehlen sich hier für mehr Grip auf widrigen Fahrbahnoberflächen bei niedrigen Temperaturen mindestens vier Millimeter. Weil eine abnehmende Profiltiefe – gerade bei den im Sommer beliebten Breitreifen – das Risiko von Aquaplaning exponentiell steigert, raten nicht wenige Fachleute zu einer Anhebung der Mindestprofiltiefe. Das kennen Sie womöglich aus dem Motorsport: Zwar kommen bei trockenem Wetter hier für maximalen Kontakt zur Piste profillose Slicks zum Einsatz, doch müssen die Fahrer bei Regen rasch in die Box, um auf profilierte Regenreifen zu wechseln her. Unsere Sommerreifen stellen also einen Kompromiss zwischen Sportlichkeit und Sicherheit dar.

Kinderleicht die Profiltiefe messen

Mit einer Ein-Euro-Münze last sich die Profiltiefe von Sommerreifen unkompliziert und schnell ermitteln: Verschwindet nach senkrechtem Hereinstellen der Messingrand der Münze komplett im Profil, ist alles im grünen Bereich. Schließt der Messingrand auf gleicher Höhe mit dem Profil ab, beträgt die Profiltiefe noch rund drei Millimeter. Wer exakter seine Profiltiefe messen will, besorgt sich beim Reifenhändler oder im Autozubehör-Geschäft für kleines Geld ein entsprechendes Messgerät: Diese mechanischen Profiltiefenmesser nutzen das simple Prinzip der Tiefenmessung wie bei einem Messschieber. Der Wert wird anhand der aufgebrachten Skala abgelesen. Der Profiltiefenmesser ist zwischen zwei Profil-Blöcken anzusetzen und der Messstab bis auf den Profilboden zu schieben. Dabei muss beachtet werden, dass sich keine Fremdkörper wie Steinchen im Profil befinden und die Messung nicht an einer Stelle vollzogen wird, an der ein TWI (Tread Wear Indicator, Abnutzungs-Indikator) sitzt. Um diese rascher zu finden, sind an den entsprechenden Stellen am Reifenrand meistens die Buchstaben TWI aufgedruckt. Ist der Reifen so weit abgefahren, dass der Indikator mit dem Profil eine Ebene bildet, muss ein neuer Reifen her.

Die Profiltiefe von Sommerreifen verdient nicht die alleinige Beachtung

Wenn Sie schon gewissenhaft die Profiltiefe bei Sommerreifen messen, können Sie auch gleich eine Blick auf das Abnutzungsbild werfen: Sind die Reifen ungleichmäßig abgefahren, müssen Sie leider neue Reifen kaufen – und von Ihrer Autowerkstatt die Fahrwerkseinstellung überprüfen und korrigieren lassen. Denn ein falsch eingestelltes Fahrwerk ist der Hauptgrund für einseitig abgenutzte Pneus. Alles gleichmäßig? Prima, dann packen Sie die Gelegenheit beim Schopfe und kontrollieren Sie die Pneus noch rasch auf Beschädigungen wie eingefahrene Nägel, Einschnitte oder Ausbeulungen nach heftigen Bordsteinkontakten.