Was man beim Kauf von gebrauchten Reifen beachten sollte

Mit Secondhand-Autoreifen lässt sich viel Geld sparen

Gebrauchte Reifen stellen für viele Autofahrer eine Möglichkeit zum Sparen dar, sind sie doch als gebrauchte Autoteile eben preiswerter als neue Autoreifen. Doch wo liegt der Haken?

Was man beim Kauf von gebrauchten Reifen beachten sollteGebrauchte Autoreifen: Wirkt der Anbieter seriös? ©flickr/ quinn

Neue Winterreifen müssen her, die jetzigen haben kaum noch Profil?  Bei einem Online-Auktionshaus die persönlichen Traumfelgen gefunden? Das dürften die beiden üblichsten Szenarien für den Kauf gebrauchter Reifen sein. Negativer Vorurteile müssen sich gebrauchte Reifen anders als ihre runderneuerten Vettern ebenfalls nicht erfreuen – schließlich kommt es nicht selten vor, dass nach einem Autoverkauf ein nicht mit an den Mann gebrachter Satz Winterreifen mit oder ohne Stahlfelgen in der Garage herumsteht. Oder dass nach dem Erwerb einer neuen, anderen Rad-Reifenkombination ein Satz attraktiver, aber nun überschüssiger Kompletträder angeboten wird. Worauf ist nun beim Kauf von gebrauchten Reifen zu achten? Neben dem Reifenpreis im Wesentlichen auf drei Punkte: Alter, Profil und Beschädigungen. Wahrscheinlich wird der Reifenkauf online angebahnt, was einem die Voraus-Prüfung der Reifen stark erschwert.

Alter und Profil der Autoreifen zuerst bestimmen

Besteht die Möglichkeit, bei einem sehr schlechten Foto die Autoreifen persönlich in Augenschein zu nehmen, ist das nur empfehlenswert – und auch dann, sollten die Fotos keine Mängel am Reifen zeigen. Womöglich sind diese auf der anderen Seite. Zunächst einmal ist es ratsam, die gebrauchten Reifen beim Anbieter – Selbstabholung ist wegen der teils beachtlichen Versandkosten keineswegs unüblich – aufs Profil und aufs Alter zu kontrollieren. Einen günstigen Profil-Messer gibt’s in jedem Autozubehör-Geschäft, womit sich sehr schnell ermitteln lässt, ob überall noch deutlich mehr als geforderten 1,6 Millimeter Mindestprofiltiefe noch vorhanden sind. Ein Blick auf die DOT-Nummer auf der Reifenflanke verrät auch, ob vorliegender Pneu ein Fall für den Schrott ist: Die letzten vier Ziffern geben Aufschluss über Produktionswoche und Jahr, bei beispielsweise …3810 also die 38. Woche des Jahres 2010. Über sieben Jahre alte Pneus sind keineswegs akzeptabel, egal wie gut sie noch aussehen: Der Zersetzungsprozess ist hier bereits in vollem Gange.

Sind die gebrauchten Reifen noch gut in Schuss?

Sind die gebrauchten Reifen in Sachen Profil und Alter annehmbar, kann die deutlich zeitaufwändigere Fehlersuche losgehen: Ist die Lauffläche schief abgefahren? Sind die Flanken spröde und rissig? Lassen sich Einschnitte feststellen, etwa durch jähe Bordstein-Kontakte bei Parkmanövern? Geben diese einen Blick auf die Karkasse frei? Wie steht es um eingefahrene Fremdkörper wie Nägel oder Schrauben? Sind gar Ausbeulungen auszumachen? Trifft einer dieser Kritikpunkte bei diesem typischerweise privaten Reifenhandel zu, ist von dem Geschäft abzuraten: Ihr Sparwille in allen Ehren, doch an ihrer Sicherheit sollten sie nicht sparen. Selbst wenn Sie nicht wegen eines Reifenplatzers verunfallen, sind Sie noch lange nicht aus dem Schneider: Der Preis der Problempneus kann sich als noch so niedrig erweisen, was Ihnen nichts hilft, wenn Sie eine Woche später wegen eines durch Vorbeschädigung hervorgerufenen Plattfußes von Gesetzes wegen gleich zwei neue Autoreifen kaufen dürfen – je einen pro Seite.