Wohnwagen-Reifen: Vorsicht ist angesagt

Auch den Pneus zahlreicher Wohnmobile sieht man ihr Alter nicht an

Sobald die Sonne wieder stärker vom Himmel lacht, hängen Camping-Freunde ihren Wohnwagen ans Zugfahrzeug oder besteigen ihr Wohnmobil. Doch zugunsten einer störungsfreien Reise tun sie gut daran, auch mal einen genauen Blick auf die Pneus zu werfen. 

Wohnwagen-Reifen: Vorsicht ist angesagtWie alt diese Wohnwagen-Reifen wohl sind? ©flickr/Tim Green

Ob nun klassisches Caravan-Gespann mit Ponton-Mercedes, zeitgemäßer Wohnanhänger oder luxuriöses Wohnmobil: Die meisten Camping-Fans halten ihr rollendes Heim nach Kräften in Schuss. Und die Wohnmobil- oder Wohnwagen-Reifen? Denn die rollen ja kaum mehr als einige tausend Kilometer im Jahr und verfügen auch im hohen Alter oft noch über ein üppiges Profil. Doch das anscheinend ewige Leben von Anhängerpneus, die in der Regel nichts anderes als ganz normale Pkw-Reifen sind, erweist sich als gefährlicher Trugschluss, wie die Fachleute von Yokohama erklären: Mit den Jahren wird es riskant, in erster Linie bei Reifen, die sich nicht dauerhaft im Einsatz befinden. Denn so genannten Weichmacher in den Gummimischungen, die ein Aushärten und ein Rissbildung vermeiden, werden nur im Fahrbetrieb aktiviert. Von dieser Reifen-Problematik weniger betroffen sind die Besitzer kleinerer Reisemobile auf Kastenwagen-Basis, da diese ihre Fahrzeuge oft das ganze Jahr hindurch nutzen.

Wie alt dürfen Wohnwagen-Reifen maximal sein?

Wer für sein Wohnwagen-Gespann zwecks schnelleren Vorankommens eine erweiterte Zulassung auf 100 km/h beantragt hat, kann sich überalterte Reifen ohnehin nicht leisten, sie dürfen nicht mehr als sechs Jahre auf der Lauffläche haben. Bei allen anderen Anhängern ist es kein Fehler, wenn die Reifen spätestens alle acht bis zehn Jahre gewechselt werden. Doch wie lässt sich das Alter von einem Auto- oder Wohnwagen-Reifen feststellen? Über das Herstellungsdatum informiert die Reifenflanke unter dem Kürzel „DOT“. Prangt dahinter etwa „1314“, fand die Produktion in der 13. Woche des Jahres 2014 statt. Die Beschriftung der Seitenwand gibt allerdings noch weitere interessante Fakten preis. Eine Übersetzungshilfe zur Reifenbezeichnung finden Sie unter der Rubrik „Allgemeine Auto-Tipps“ auf www.autogenau.de.

Reifen von Wohnwagen oder Wohnmobil nicht der prallen Sonne aussetzen

Bei Wohnmobil– wie auch beim Wohnwagen-Reifen gibt es jedoch noch einiges mehr zu beachten: Sonne, Wind und Wärme, aber ganz besonders das gasförmige Ozon aus der Atmosphäre machen den Reifen zusätzlich zu schaffen. Aus diesem Grund ist es äußerst ratsam, die Reifen bei längeren Standzeiten und ganz besonders am sonnigen Zielort im Süden immer durch Abdeckungen – und sei es bloß ein davor gestellter, auseinander geklappter Pappkarton – zu schützen. Ein weiterer Tipp der Reifenindustrie: Bei langen Standzeiten lassen sich die Reifen durch Aufbocken entlasten. Auf diese Weise kann man den so genannten Standplatten leicht zuvor kommen. Diese beiden Hinweise gelten weiterhin uneingeschränkt für die Autoreifen des Zugfahrzeugs. Schließlich soll der gute Camping-Anhänger ja auch wieder sicher in die Heimat gebracht werden.