Gebrauchtwagenkauf: Autohändler muss manche Mängel beheben

Mängelhaftung beim Gebrauchtwagenkauf

Wer beim Gebrauchtwagenkauf technische Mängel übersieht oder diese arglistig verschwiegen werden, darf deren Behebung durch den Verkäufer in manchen Fällen auch nach Abschluss des Kaufvertrages einfordern.

Der Gebrauchtwagenkauf wurde durch den rasant wachsenden Gebrauchtwagenmarkt im Internet dahingehend verändert, dass heute weit mehr Gebrauchtwagen von privaten Anbietern als von gewerblichen Händlern verkauft werden (Autokauf). Der meist beträchtliche Händleraufschlag ist für den Kaufinteressenten, aber auch für den ehemaligen Halter ein weiteres gutes Argument gegen den Weg zum Autohändler . Das 2002 novellierte Kaufrecht in Deutschland bietet allerdings auch ein Argument für gewerbliche Anbieter. Denn die Sachmängelhaftung für Händlerautos ist wesentlich umfangreicher als für privat gekaufte Wagen. Bis zwei Jahre nach dem Erwerb muss jeder technische Mangel am Wagen kostenlos vom Verkäufer behoben werden, sofern er bei der Übergabe des Wagens bereits vorhanden war. Zwar kann diese Frist im Kaufvertrag auf ein Jahr begrenzt werden, und es gilt ein Prinzip der Verhältnismäßigkeit für kleinere Schäden und unvermeidbare Verschleißerscheinungen. Als Verschleißteile zählen für gewöhnlich:

  • Bremsscheiben und Bremsbeläge
  • Stoßdämpfer
  • Scheibenwischerblätter
  • Sicherungen
  • Glühbirnen
  • Keilriemen/Rillenriemen
  • Antriebswellenmanschetten
  • Lenkstangenköpfe
  • Kupplungsbeläge

Gebrauchtwagengarantie möglichst abschließen

Dafür aber liegt in den ersten sechs Monaten der Haftungsfrist die Beweispflicht beim Händler: Dieser muss gegebenenfalls nachweisen, dass ein vom Käufer reklamierter Mangel bei der Übergabe noch nicht vorhanden war. Natürlich ist das in den meisten Fällen kaum möglich. Daher verringert sich der Schaden für Händlerkunden, die einen schwer auffindbaren Mangel am Fahrzeug bei der Inspektion übersehen, beträchtlich: Sie können abwarten, bis sich der Schaden im alltäglichen Gebrauch während der ersten Monate nach dem Kauf bemerkbar macht.
Trotz des kundenfreundlichen Kaufrechts wird der Abschluss einer Gebrauchtwagengarantie häufig empfohlen: Denn hier können auch solche Schäden häufig kostenlos behoben werden, die wegen Geringfügigkeit oder als Verschleißerscheinungen nicht unter die gesetzliche Haftungspflicht des Verkäufers fallen.

Gebrauchtwagen Bewertung

Eine eingehende Prüfung des technischen Zustands eines Wagens vor dem Kauf ist aber unabhängig davon wichtig, wer ihn anbietet. Wer eine Gebrauchtwagen Bewertung nicht von einer Werkstatt oder einem Kfz-Gutachter vornehmen lassen möchte, muss das Fahrzeug besonders genau inspizieren. Die großen deutschen Autoclubs sowie die TÜV-Anstalten geben hierzu umfangreiche Ratschläge und Checklisten für Inspektion und Probefahrt. Man sollte demnach zum Beispiel nach Hinweisen auf Unfällen suchen. Denn Unfälle können eine Vielzahl von verborgenen Schäden etwa an der Karosserie verursachen. Einbeulungen, unterschiedliche breite Spaltmaße zwischen den Türen oder Lackschäden sollten den Interessenten stutzig machen. Rostschäden können die Lebensdauer des Fahrzeugs stark beeinträchtigen. Daher sollte man an den neuralgischen Stellen gründlich nachschauen: Diese sind zum Beispiel die Kotflügel, die Unterkanten der Türen, die Türschweller, die Bodenbleche im Innenraum sowie der Unterboden des Fahrzeugs.