Inspektion beim Autokauf

Gebrauchtwagen kaufen ohne Risiko

Eine Inspektion beim Autokauf selbst durchzuführen, ist in jedem Fall sinnvoll. So können Sie ohne Risiko einen Gebrauchtwagen kaufen, wenn sie potenzielle Fehlerquellen ausgeschlossen haben.

Inspektion beim AutokaufInspektion bei jungem Gebrauchtwagen ©flickr / Ivan Walsh

Hier wesentliche Dinge, die Sie zur Inspektion vor dem Autokauf benötigen:

  • Informationen über den gängigen Wert des Gebrauchtwagens
  • Bericht über die Instandhaltungen des Gebrauchtwagens
  • Belege, Quittungen usw. über angefallene Reparaturen usw.

Einige Gebrauchtwagenkäufer beantworten Gebrauchtwagenangebote mit großer Angst. Dies ist aber nicht notwendig, eine genauere Überprüfung und Inspektion vom Gebrauchtwagen hingegen ist immer gerechtfertigt.

1. Begutachten Sie die Außenseite des Gebrauchtwagens. Falls die Farbe neu ist, fragen Sie wann der Gebrauchtwagen lackiert worden ist. Seien Sie vorsichtig gegenüber Aussagen über eine 100€ Neulackierung usw.. Solche Aussagen wollen von größeren Problemen, wie z.B. unterliegende Rostflecke, ablenken.

2. Überprüfen Sie bei Ihrer Inspektion die Stoßstangen und Radkästen auf Anzeichen von Rost, Beulen oder Spachtelarbeiten. Dann überprüfen Sie den gesamten Gebrauchtwagen auf Roststellen, vergessen Sie dabei nicht die Unterseite des Autos. Rost an Außenbereichen deutet auf zusätzliche Roststellen in nicht einsehbaren Stellen hin.

3. Überprüfen Sie die Seiten vom Gebrauchtwagen genauso gründlich wie die Vorder- und Rückseite auf Anzeichen von Karosserieausbesserungen. Achten Sie auf Unstimmigkeiten: Sind die Ränder der Motorhaube und die Türverkleidungen in einer Linie mit dem Kotflügel und anderen Seitenteilen? Sieht der Rahmen korrekt ausgerichtet aus? Sind die Spaltmaße – die Lücken zwischen den einzelnen Karosserieteilen – gleichmäßig oder unterschiedlich? Solche Unstimmigkeiten können der Beweis für den einen oder anderen Unfall sein.

4. Öffnen Sie die Türen. Überprüfen Sie den Innenraum auf Risse in Polsterung und Armaturenbrett, Ausbleichungen durch die Sonne und dem allgemeinen Zustand und Aussehen. Riecht es bei Ihrer Insepktion innen muffig? Dann tritt irgendwo durch Dichtungen oder Rostlöcher Wasser ein.

5. Öffnen Sie die Motorhaube. Achten Sie auf Sauberkeit beim Motor, auf Rostflecken, Ölflecken um die Ventilabdeckung und den Zylinderkopfdichtung. Glänzt dort für einen Gebrauchtwagen untypisch alles wie neu, wurde eine Motorwäsche durchgeführt, vermutlich zur Vertuschung massiven Ölverlusts. Vorsicht!

6. Überprüfen Sie den Zustand des Öls, in dem Sie es zwischen Ihren Fingern reiben (vergewissern Sie sich vorab, dass der Motor für diese Inspektion kalt ist). Wenn Sie kleine Partikelchen im Motoröl fühlen können, so ist der Motor vielleicht beschädigt oder hat andere Probleme.

7. Lassen Sie den Motor an. Der Gebrauchtwagen sollte ohne Verzögerung starten.

8. Benutzen Sie den Gebrauchtwagen für eine Probefahrt. Führen Sie dabei eine Inspektion der Bremsen durch: Sie sollten nicht quietschen und das Gebrauchtwagen in einer kurzen Distanz zum Stehen bringen.

9. Testen Sie bei der Probefahrt die Übertragung der Bodengleitfähigkeit. Benutzen Sie die Handbremse und benutzen Sie die Kupplung: Schalten Sie alle Gänge durch. Dabei sollte das Gebrauchtwagen keine Geräusche von sich geben.

10. Überprüfen Sie, dass alle Lichter, vorne wie hinten, funktionieren. Dasselbe sollte die inspektion der Scheibenwischer, des Radios und der Hupe ergeben.

11. Einige Länder und Städte bestehen auf ein Abgas-Gutachten. Lassen Sie es sich vorlegen, wenn Sie es brauchen.

12. Verlangen Sie Aufzeichnungen, Belege, Quittungen über die Reparatur- und Wartungsarbeiten. Überprüfen Sie, ob der Gebrauchtwagen regelmäßig gewartet und das Öl regelmäßig gewechselt worden ist (der Wartungsplan variiert je nach Automodell). Erkundigen Sie sich auch, ob zusätzliche Arbeiten am Gebrauchtwagen vorgenommen wurden, verlangen Sie gegebenenfalls die Belege, Rechnungen oder Quittungen.

Tipps und Hinweise:

Als letzte Vorsichtsmaßnahme sollten Sie den Gebrauchtwagen zu einem Mechaniker bringen. Dieser führt gegen einen kleinen Betrag eine Inspektion durch. Dies benötigt aber die Zustimmung des Verkäufers und gegebenenfalls müssen Sie eine Kaution hinterlegen. Lässt der Verkäufer Sie den Gebrauchtwagen nicht mitnehmen, so bitten Sie ihn diese Inspektion an einer gemeinsam festgelegten Werkstatt durchführen zu lassen.
Wenn Sie eine Kaution hinterlassen, damit Sie den Gebrauchtwagen zu einer Inspektion bringen dürfen, so schreiben Sie eine Vereinbarung darüber, dass Sie das Geld, wenn Sie den Gebrauchtwagen nicht kaufen, wieder zurück bekommen.
Wenn der Kilometerstand Ihnen sehr niedrig erscheint, so lassen Sie einen Mechaniker feststellen, ob daran manipuliert wurde. Ist dies der Fall, so sollten Sie in jedem fall vom Autokauf zurückterten oder den Verkäufer mit diesem Betrug konfrontieren und Preis massiv drücken.