Fahren im Ausland: Wann ist der Internationale Führerschein nötig?

Der EU-Führerschein reicht längst nicht überall aus

Deutsche Autofahrer, die in diversen Ländern außerhalb der EU oder auch außerhalb Europas auf eigener Achse reisen möchten, sollten nach Empfehlung vom ADAC den Internationalen Führerschein mit sich führen. 

Fahren im Ausland: Wann ist der Internationale Führerschein nötig?So sieht der Internationale Führerschein aus ©flickr/

Vor allem bei einer Polizeikontrolle vereinfacht der Internationale Führerschein die Abwicklung. Dies ist auch sein Primärzweck: Das von den Straßenverkehrsbehörden eines Landes aufgrund zwischenstaatlicher Verträge ausgestellte Dokument soll in erster Linie der Polizei eines anderen Landes die Feststellung erlauben, ob ein ausländischer Kraftfahrer über die Fahrerlaubnis verfügt, die für sein aktuelles Fahrzeug erforderlich ist. Der ADAC rät dazu, dieses Dokument für alle Fahrten im außereuropäischen Raum und einigen europäischen Nationen wie Russland und Albanien mitzuführen. In manchen Ländern ist ein Internationaler Führerschein sogar Pflicht. Dies trifft beispielsweise auf Ägypten, Australien sowie einige Bundesstaaten der USA zu. Nicht erforderlich ist er wiederum in sämtlichen EU-Staaten sowie in Norwegen und der Schweiz. Da der Internationale Führerschein nur ein Zusatzdokument darstellt, ist er nur in Kombination mit dem nationalen, oder dem EU Führerschein gültig. Es sind also immer beide Dokumente an Bord mitzuführen.

Ein erschwingliches Zusatzdokument zum EU-Führerschein

Der Internationale Führerschein beantragen können Sie bei den Straßenverkehrsämtern und Führerscheinstellen. Wer noch nicht den neuen EU-Führerschein im Scheckkartenformat besitzt, bekommt diesen – neben dem Internationalen Führerschein – dann automatisch mit dazu. Die Ausstellung vom Internationale Führerschein verursacht Kosten in Höhe von 15 Euro. Hat der Antragsteller noch keinen EU-Führerschein, sodass dieser ebenfalls ausgestellt werden muss, schlagen zusätzliche 24 Euro zu Buche. Für Deutschland wird die Ausfertigung Internationaler Führerscheine in den Paragraphen 25a und 25b der Fahrerlaubnisverordnung (FeV) geregelt. Die Fahrerlaubnisklassen vom Internationalen Führschein nach der Wiener Straßenverkehrskonvention entsprechen übrigens denen des EU-Führerscheins. 

Der Internationale Führerschein wird durchs Wiener Abkommen geregelt

Das Wiener Übereinkommen über den Straßenverkehr, das Deutschland unterzeichnet hat, regelt in Kapitel IV im Artikel 41 die Ausstellung Internationaler Führerscheine. Dabei darf „Ein Internationaler Führerschein nur dem Inhaber eines nationalen Führerscheins ausgestellt werden, für dessen Erwerb die in diesem Übereinkommen bestimmten Mindestanforderungen erfüllt wurden. Ein Internationaler Führerschein darf nur von der Vertragspartei ausgestellt werden, auf deren Gebiet der Inhaber seinen ordentlichen Wohnsitz hat und die auch den nationalen Führerschein ausgestellt oder einen von einer anderen Vertragspartei ausgestellten Führerschein anerkannt hat; er hat auf diesem Gebiet keine Gültigkeit.“ So lautet der Passus. Den Internationalen Führerschein, so hält das Wiener Übereinkommen weiter fest, erhält jeder, der einen nationalen Führerschein innehat, der dem Anhang 6 entspricht. Auch „jeder internationale Führerschein, der dem Anhang 7 entspricht, wenn er zusammen mit entsprechenden nationale Führerschein vorgelegt wird, ist gültig, um auf dem Gebiet der unterzeichnenden Staaten ein Fahrzeug zu führen, das zu den Klassen gehört, für die die Führerscheine gelten, vorausgesetzt, dass die Führerscheine noch gültig sind und von einer anderen Vertragspartei oder einem ihrer Teilgebiete oder von einem Verband ausgestellt worden sind, der dazu von dieser anderen Vertragspartei oder einem ihrer Teilgebiete ermächtigt wurde“