Geschwindigkeitsüberschreitungen

Rasen lohnt sich eben doch nicht

Der Bußgeldkatalog des Kraftfahrtbundesamtes enthält genau 101 Klassifizierungen von Geschwindigkeitsüberschreitungen. Wirklich günstig kommt man aber in keinem Fall davon.

Geschwindigkeitsüberschreitungen werden vom Gesetzgeber als Ordnungswidrigkeiten klassifiziert. Die entsprechenden Regelungen des Straßenverkehrsrechtes werden vor allem von der Straßenverkehrsordnung in Paragraph 3 getroffen. Die dortige Regelung hat im Wesentlichen zwei Teile. Zum einen legt sie Höchstgeschwindigkeiten in Abhängigkeit von Fahrbahn (einspurig/zweispurig), Ort (außerhalb/innerhalb einer geschlossenen Ortschaft) und Gewichtsklasse des Fahrzeugs fest. Außerdem werden hier Sonderregelungen für Gefahrenfälle formuliert. Beide Regelungen gelten nur, wenn die Geschwindigkeit nicht durch Verkehrzeichen weiter eingeschränkt wird. Auf Autobahnen gelten grundsätzlich nur Geschwindigkeitsbeschränkungen durch Verkehrsschilder.
Für alle Fahrzeuge ohne eine besondere Beschränkung gilt innerhalb geschlossener Ortschaften eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. Auf Landstraßen dürfen Fahrzeuge bis zu einem Gewicht von 3,5 Tonnen außerhalb geschlossener Ortschaften bis zu 100 km/h schnell fahren. Fahrzeuge der nächsthöheren Gewichtsklasse – zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen – fahren hier höchsten 80 km/h, schwerere Fahrzeuge und Fahrzeuge mit Anhängern höchstens 60 km/h. Mit Schneeketten darf man mit jedem Fahrzeug überall nur 50 km/h fahren.
Darüber hinaus bestimmt die StVO allgemein:"Der Fahrzeugführer darf nur so schnell fahren, dass er sein Fahrzeug ständig beherrscht." Insbesondere gelten weitergehende Geschwindigkeitsbeschränkungen, wenn eine schlechte Wetterlage die Sicht einschränkt. Bei einer Sichtweise von unter fünfzig Metern ist eine Höchstgeschwindigkeit von nur 50 km/h erlaubt. Auf schmalen Fahrbahnen, auf denen entgegenkommende Fahrzeuge einander ausweichen müssen, darf der Bremsweg lediglich die Hälfte des einsehbaren Fahrbahnbereichs in Anspruch nehmen (Abs. 1). Neben Höchstgrenzen für die Fahrgeschwindigkeit bestimmt die StVO auch, dass man nicht wesentlich langsamer als erlaubt fahren darf.
Da Geschwindigkeitsüberschreitungen Ordnungswidrigkeit darstellen, legt das Kraftfahrtbundesamt die Strafen für zu schnelles Fahren fest. Im sog. "Tatbestandskatalog" werden die Beträge von Bußgeldern und die Zahl zu vergebender Strafpunkte festgelegt. Das Bemessungssystem unterscheidet genau 101 Fälle von Geschwindigkeitsüberschreitungen und vergibt hierfür Geldstrafen von fünfzig bis 475 Euro sowie bis drei bis vier Punkte. Die jeweilige Strafe wird als Summe der Strafen für Verstöße gegen die Einzelbestimmungen der StVO berechnet.
Bei Geschwindigkeitsverstößen wird nicht der Halter des Fahrzeugs, sondern dessen Fahrer bestraft. Da die Verstöße aber meist durch fest installierte Fotoautomaten festgestellt werden, ist dessen Identität nicht immer zu ermitteln. Für diesen Fall sieht die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) die Möglichkeit vor, das künftige Führen eines Fahrtenbuchs anzuordnen (StVZO, §31a). In dieses muss jede Fahrt samt Namen des Fahrers eingetragen werden.