Ferrari

Kompromisslos

Kein größerer Sportwagenhersteller ist seinem Kerngeschäft so treu geblieben: Wer einen Ferrari kaufen will, sollte in einem Land ohne Tempolimits auf Autobahnen leben.

Die Marke Ferrari hat eine außergewöhnliche Entstehungsgeschichte. Ihre Ursprünge liegen im Werksteam von Alfa Romeo, das in der Zwischenkriegszeit unter anderen von Enzo Ferrari geleitet wurde. 1947 machte dieser sich selbständig und nutzte seine Erfahrungen zur Entwicklung und Produktion eigener Modelle. Diese wurden zwar anfangs allein zum Einsatz bei Rennen hergestellt, aber schon bald entstanden auch straßentaugliche Versionen. Die Automobile von Ferrari gehören noch heute zu den sportlichsten auf dem internationalen Automarkt. Anders als Porsche und BMW unterhält Ferrari aber seit Jahrzehnten keine firmeneigenen Teams für Rennen mit straßentauglichen Wagen mehr. Lediglich in der Formel 1 ist man präsent, dies allerdings ohne Unterbrechung seit 1950. Die lange Erfahrung und der Serienerfolg Michael Schumachers in den letzten Jahren trugen dazu bei, dass Ferrari der Hersteller mit den meisten Weltcup-Siegen in dieser Klasse ist. Kein Ferrari ist heute für weniger als 100.000 Euro erhältlich.

Als reines Luxusprodukt ist für diesen Hersteller ein starkes Markenimage daher von großer Wichtigkeit. Hier hatte Ferrari jedoch nie Probleme: Für das Design zeichnete seit den Anfangsjahren das Büro von Sergio Pininfarina, dem wohl renommiertesten Autodesigner aller Zeiten, verantwortlich. Neben dem Markenemblem, einem sich aufbäumender Hengst, verbindet sich weiterhin vor allem das charakteristische Rot der Sportwagen mit der Marke Ferrari. Ansonsten zeichnet sich das Design von Ferrari vor allem durch eine gute Stromlinienförmigkeit aus: Stolz verweist die Firmenwebsite (www.ferrari.de) auf drei firmeneigene Windkanäle. In diesem Zusammenhang gehört auch das wohl wichtigste Designelement, die in verschiedenen Variationen vorkommenden Lufteinlässe an den Seiten. Sie sind allerdings auch technisch notwendig: Denn Ferrari hat bei den meisten Supersportwagen einen Mittel- oder Heckmotor eingesetzt. Ohne jemals auf den Bereich der Limousinen zu schielen, hat Ferrari jedoch zumindest stets Modelle für alle Sportwagenklassen angeboten. Einer der frühesten Grand-Tourer etwa, die heute noch bei Oldtimerrennen zu bestaunen sind, ist der ab 1953 gebaute 250. Sein heutiges Pendant ist der 599 (die zahl steht für die fast sechs Liter Hubraum), der für eine knappe Viertelmillion Euro zu haben ist.

Etwas weniger als in vergangenen Jahrzehnten ist es Ferrari mit dem Enzo gelungen, einen Supersportwagen mit einem spektakulären Design als Flagschiff zu positionieren. Zwar hat Ferrari niemals Viertürer produziert, bietet aber wenigstens Wagen mit vier Sitzen an: Als Vertreter dieser so genannten 2+2-Klasse steht aktuell der 612 im Angebot, der mit 533 PS nichtsdestotrotz ein reinrassiger Sportwagen ist.