Mini

Ein Dauerbrenner

Seit 1959 gab es nur ein Jahr, in dem der Mini nicht produziert wurde.

Wie viele Entwicklungen im Kleinwagen Bereich hatte auch der Mini seine Geburtsstunde während einer Versorgungskrise. Denn in der Suez-Krise 1956 wurde wegen Lieferengpässen beim Rohöl aus den Arabischen Staaten in England der Ruf nach einem verbrauchsarmen Pkw laut. In Deutschland gab es die gleiche Entwicklung, die beispielsweise zur Entwicklung der BMW Isetta führte. Die British Motor Corporation kam hingegen 1959 mit einem Wagen heraus, der zwar eine konventionelle Form, aber extrem kleine Proportionen hatte. Erreicht wurde dies durch mehrere Faktoren. So saß der Motor, anders als etwa beim VW Käfer, quer montiert in der Front. Es wurden kleine 10-Zoll-Räder verwendet, die kombiniert mit einer sehr geringen Bodenfreiheit der Karosserie für eine gute Platzausnutzung im Innenraum bei der relativ niedrigen Gesamthöhe von 1,2 Meter sorgten. Dies brachte zudem einen interessanten optischen Effekt mit sich, denn der Mini war exakt so hoch wie breit. Ein sehr geringer Karosserieüberhang hinten, der zu Lasten des kaum mehr vorhandenen Kofferraums ging, ermöglichte zudem eine Gesamtlänge von nur drei Metern. Nach heutigen Maßstäben war der Innenraum extrem spartanisch: Es gab weder ein Handschuhfach, noch irgendeine Ablage oder Platz für ein Autoradio.

Im Laufe der Zeit wurde neben der einfachen Steilheckausführung mit dem Clubman eine zweite, etwas größere Variante etabliert. Der Clubman war im Prinzip ein Kombi, der durch einen etwas größeren Karosserieüberhang mehr Stauraum bietet. Optisch stach diese Version vor allem durch seitlich an der Karosserie angebrachte Holzpanele hervor. In seiner einundvierzigjährigen Bauzeit ist die Karosserie des Mini praktisch nicht verändert worden. Lediglich geringfügige Anpassungen wie der Einsatz größerer Räder und Schiebefenster statt der früheren Klappfenster an den Fahrer- und Beifahrertüren wurden vorgenommen. Tatsächlich kam der Mini als Baureihe nie in solche Probleme, die eine Einstellung der Produktion nötig gemacht hätten. Erst der Niedergang der Mutterfirma Rover im Jahre 2000 besiegelte auch das Aus für den Mini in seiner ursprünglichen Form. Doch schon im darauf folgenden Jahr erlebte der totgesagte Kleinwagen seine Wiedergeburt. BMW übernahm Mini als eigenständige Marke, fortan wurde die Schreibweise MINI verwendet.

Der neue Mini, der seit 2006 in der zweiten Generation angeboten wird, erscheint trotz der neuen Besitzverhältnisse eher als eine Aktualisierung des bewährten Konzeptes. Die Motorisierung ist etwas stärker, die Ausmaße sind geringfügig größer, und die Karosserie aerodynamisch abgeflacht. Seit 2007 ist auch eine neue Version des Clubman auf dem Markt.