smart

One Trick Pony

Der Hersteller smart ist heute ein Tochterunternehmen von Daimler. Die Initiative zum Bau eines Ultrakleinwagens ging jedoch von der Schweizer Uhrenfirma Swatch aus.

Der konzeptuelle Ausgangspunkt des Ideengebers Nicolas Hayek war ein extrem kleines und sparsames Stadtauto. Unter dem Konzeptnamen Micro Compact Car begann Daimler dann Mitte der Neunziger Jahre die konkrete Entwicklung des Autos, dass 1998 als „smart“ in Form eines zweisitzigen Coupes auf den Markt gebracht wurde. Tatsächlich sahen die anfänglichen Überlegungen vor, das Konzept des smart als Basis für eine ganze Modellfamilie von Kleinstwagen zu nutzen. In den nächsten Jahren wurden daher auf den großen Automobilmessen eine Reihe von entsprechenden Showcars vorgestellt. Dazu gehörte etwa eine Roadsterversion, die an die kleinen englischen Sportwagen der Nachkriegszeit, z.B. an jene von Lotus, erinnern sollte. Der 2005 vorgestellte Crosstown hatte hingegen eine deutlich höhere Karosserie und größere Reifen und erinnerte damit an einen Geländewagen. Wie angeblich auch geplant war, ging dieses Modell jedoch nie in Serie. Insgesamt blieb der Versuch, eine smart- Modellfamilie zu etablieren, erfolglos. So musste die Produktion des Roadsters nach zwei Jahren eingestellt werden, und auch der viersitzige for-four wird nicht mehr produziert.

Als Gangschaltung verwendet Daimler beim smart die seltene Technik der Halbautomatik. Hierbei entfällt für den Fahrer die Betätigung der Kupplung. Das Wechseln der Gänge wird aber nicht vom Fahrzeug selbst übernommen, sondern durch den Fahrer. Steht der Wagen still, wird aber automatisch der erste Gang eingelegt. Die 2006 vorgestellte Neuauflage des einzigen erfolgreichen smart, nämlich der Zweisitzers, stellt im Wesentlichen das Ergebnis einer Modellpflege dar. Die Karoserie ist um einzige Zentimeter größer. Der von Mitsubishi gelieferte Motor enthält außerdem keinen Turbolader mehr, ist aber mit einem Liter Hubraum größer als der mancher Kleinwagen der Konkurrenz. Dieses Modell ist auch mit dem Antriebskonzept „Micro Hybrid Drive“ erhältlich. Hier ist aber, wie der Name vermuten lässt, kein Elektromotor wie in anderen „Hybrid-Systemen am Werke. Die Besonderheit ist vielmehr eine automatische Motorabschaltung bei extrem niedrigen Geschwindigkeiten (unter 8 km/h) und bei kurzen Stopps, etwa an Ampeln. Da der smart als Stadtauto konzipiert ist, kann man hier also von einer gewissen Spritersparnis ausgehen. Auch so verbraucht der smart nur 4,3 l/100 km/h, was unwesentlich mehr als der Verbrauch eines marktüblichen Motorrollers mit 50 ccm Hubraum ist. Die Dieselversion cdi kommt sogar auf nur 3,3 Liter Treibstoff auf 100 Kilometer.