Toyota

Im Ausland ein Star

Fast 40 Jahre brauchte es von der Entwicklung des ersten Automobils von Toyota an, bis die ersten Neuwagen in Deutschland zum Verkauf angeboten wurden. Heute verkauft Toyota weltweit mehr Autos als jeder andere Hersteller, hat aber in Europa nur einen sehr kleinen Marktanteil.

Sakichi Toyoda, dessen Vater ein im Maschinenbau tätiges Familienunternehmen leitete, gründete 1930 nach einem Aufenthalt in Europa die Toyota Motor Corporation. Bereits vier Jahre später brachte das neue Unternehmen sein erstes Produkt, die Limousine AA, heraus. Auf Grund der Kriegsereignisse dauerte es allerdings bis in die 50er Jahre, bis Toyota eine größere Modellfamilie aufgebaut und auf dem internationalen Markt Fuß gefasst hatte. Es gelang insbesondere in den USA, große Marktanteile mit Klein- und Kompaktwagen zu erreichen. Verstärkt wurde dieser Trend, als die Ölkrise verbrauchsarme Automobile in den USA attraktiv machte. Bereits 1970 hatte Toyota in Köln auch eine Vertriebsgesellschaft für den deutschen MArkt gegründet, konnte hier aber wesentliche weniger Fahrzeuge absetzen. Die große europäische Konkurrenz in den niederen Preislagen und der Exotenstatus des japanischen Herstellers ließen nur einen sehr begrenzten Erfolg zu. Die Erfahrungen auf dem US-amerikanischen Markt kamen dem Unternehmen jedoch letzlich auch in Europa zu Gute, als hier die Nachfrage nach Geländewagen stieg. Toyota konnte u.a. mit dem Land-Cruiser eine relativ preisgünstige und technisch überzeugende Alternative zu den britischen Rover-Modellen anbieten.

Einem erstarkenden allgemeinen Umweltbewusstsein Rechnung tragend, führte Toyota 1997 mit dem Prius das erste in größeren Stückzahlen produzierte Hybridauto der Welt ein. Der Prius, der in der ten Generation bis heute produziert wird, verfügt über einen Elektro- und einen Verbrennungsmotor. Die eigentliche Energieersparnis kommt vor allem dadurch zustande, dass sich die Batterien des E-Motors teilweis aus der aufgefangen Bremsenergie des Wagens speisen. In der neuesten Version verfügt der Prius über einen 500V-Elektormotor, der 67 PS liefert. Als Wagen der Kompaktklasse ist der Prius damit konkurrenzlos sparsam und wird nur von Kleinwagen unterboten. Dies ist allerdings nicht nur dem Antriebsystem geschuldet, dass durch das erhöhte Gewicht den Verbrauch auch negativ beeinflusst. Toyota hat nämlich statt des üblichen Ottomotors hier das sparsamere Atkinson-Prinzip verwendet. Die Modelle der Baureihe mussten allerdings zwischen 2004 bis 2006 wegen technischer Probleme insgesamt viermal zurückgerufen werden. In den USA und Japan ist ebenfalls das sog. "Advanced Parking Guidance System" in manchen Modellen erhältlich. Diese elektronische Einparkhilfe bietet anders als die meisten Konkurrenzsysteme konkrete Fahrhilfen, statt lediglich vor dem Touchieren des Bordsteins oder anderer Fahrzeuge zu warnen. Hierzu dient neben einer Kamera auch ein Prozessor, der aus der jeweiligen Position des Fahrzeugs die optimalen Lenkmanöver errechnet.

Die etwas geringeren Verkaufszahlen in Deutschland hat Toyota bei der Auwahl der hierzulande angebotenen Modelle berücksichtigt. Während in den USA allein sechs Geländewagen angeboten werden, hat sich Toyota in Deutschland auf insgesamt elf Modelle beschränkt. Unter anderem ist hier auch der Prius erhältlich.Auch bei den nichthybriden Antrieben hat Toyota den deutschen Marken teilweise Einiges voraus. Der Yaris etwa, ein Wagen der Golfklasse, verbraucht mit seinen 70 PS auf 100 Kilometern gerade einmal 4.9 Liter (Herstellerangaben) Benzin. Nach wie vor bleibt das Design die größte Schwachstelle der Marke, so erinnern die Modelle der Tochtermarke Lexus allzu häufig an Konkurrenzprodukte. Technisch hingegen könnte Toyota den deutschen Herstellern auf ihrem Heimatmarkt durchaus größere Konkurrenz machen. Auf dem Weltmarkt verkauft das Unternehmen bereits mehr Autos als der bisherige Spitzenreiter GM.