Heckantrieb im Winter – was ist zu beachten?

Mit dem Hecktriebler sicher durch die kalte Jahreszeit
Heckantrieb im Winter – was ist zu beachten?

Bald gibt’s wieder Schnee und Eis, und dann gehen wie schon in den 1960ern die Stammtischdiskussionen wieder los: Kann man mit Heckantrieb im Winter ordentlich Autofahren?

Imnop88

 

Oder macht man Heckantrieb im Winter schon nach den ersten Metern Bekanntschaft mit Straßenbäumen oder -gräben? Ein Klassiker, an dem auch unbedarfte Fahrzeuge mit Hinterradantrieb erkennen können, ist der Zeitpunkt, wenn die Besitzer solcher Wagen zugunsten höherer Traktion Kies- oder Sandsäcke in den Kofferraum laden. Der möglichst nah an der Hinterachse platzierte Sack bringt zudem den Vorteil, dass auch stets ein Streumedium zur Hand ist, wenn die Räder zum Beispiel auf Steigungen wie Tiefgaragenausfahrten gar nicht mehr fassen wollen. Ansonsten hat sich viel getan, was den Stammtisch-Meckerern den Wind aus den Segeln nimmt: Die Händler für Kfz-Zubehör bieten modernste Winterreifen und Schneeketten an, zudem sorgen in so gut wie allen neuern Pkw zeitgemäße Assistenzsysteme wie die Antriebsschlupfregelung für unkompliziertes Vorankommen. Dennoch: Traktionsförderndes Gewicht ist immer noch eine gute Sache!

Holen Sie nicht alles aus Ihrem Hecktriebler heraus!

Als ungünstig erweist sich Heckantrieb im Winter mitunter dann, wenn der Motor vorne verbaut ist. Dann muss die Kraft nach auf die unbelastete Hinterachse übertragen werden. Ist das Auto dann unbeladen, kann es zu Traktionsproblemen kommen. Aus diesem Grunde gilt der Frontantrieb für viele als ideal im Winter – der hat nämlich als traktionsförderndes Gewicht Motor und Getriebe direkt über der Antriebachse. Blöd wird es für Fronttriebler nur dann, wenn ein voller Kofferraum oder ein Anhänger den Hinterwagen herunterdrücken und so die Vorderachse entlasten. Damit das Heck des heckgetriebenen Autos in Kurven nicht ausbricht, sollten Sie dort genau wie beim Abbiegen stets sehr vorsichtig Gas geben. Dies gilt umso mehr, da nicht wenige Autos mit Hinterradantrieb über sehr beachtliche Motorleistung verfügen. Denn diese lässt sich aufgrund des unvermeidlichen Lastwechsels beim Beschleunigen, der den Vorderwagen ungeachtet der Antriebsart aus den Federn hebt und das Heck eintauchen lässt, besser über die Hinterräder in Vortrieb umwandeln. Nicht umsonst sind zahlreiche Sportwagen oder besonders potente Limousinen als Hecktriebler konzipiert.

Seien Sie mit Heckantrieb im Winter vorsichtig!

Beim Bremsen auf der Geraden erweist sich Heckantrieb im Winter als so gut oder schlecht wie Allrad- oder Frontantrieb. Passen Sie in Kurven auf, dass Sie den Wagen stabil in der Spur halten. Bremsen Sie daher schon in ausreichendem Maße vor der Kurve – während sich Ihr Hecktriebler tendenziell drehen und mit dem Heck voran in den Graben rutschen wird, amüsieren sich Ihre frontgetrieben Zeitgenossen und merken gar nicht, dass sie kräftig untersteuernd ohne Kursänderung geradewegs selbigen, unfreiwilligen Abstellort aufsuchen. Sollte Ihr hinterradgetriebenes Auto anfangen zu schlingern, gehen Sie sofort vom Gas, kuppeln aus und halt das Lenkrad fest in Geradeausstellung. Auch wenn ein ausbrechendes Fahrzeug dazu verleitet, empfiehlt es sich keineswegs, abrupte Lenkbewegungen vorzunehmen. Das überlassen Sie Profis und warten lieber solange, bis wieder ausreichend Traktion vorhanden ist. Dann kehren Sie anhand einer gefühlvollen Lenkkorrektur wieder auf den Pfad der Tugend zurück.

Bild: Auch mit Heckantrieb kommt man durch den Winter, wie dieser BMW zeigt ©Imnop88