Was tun bei einem Wildunfall?

Wildunfälle können unschöne Folgekosten mit sich bringen

Ohje, da haben Sie mit Erfolg gezeigt, dass es zur Jagd nicht unbedingt einer Feuerwaffe, sondern lediglich eine motorisierten Fahrzeugs bedarf. Was müssen Sie nach einem Wildunfall tun?

Nach einem Wildunfall keine Andenken mitnehmen! ©flickr/scottfel

Nach einem Wildunfall keine Andenken mitnehmen! ©flickr/scottfel

As der Fahrschule wissen Sie noch, plötzlich auftauchendem Wild nicht durch abrupte wie inkompetente Lenkmanöver ausweichen zu wollen – das endet meist am Baum, im Graben oder im Gegenverkehr. Halten Sie das Lenkrad fest, den Wagen in der Spur und bremsen Sie das Fahrzeug ab, aber gehen Sie kurz vor dem Aufprall von der Bremse. Grund: Beim Verzögern taucht Ihr Wagen vorn ein, was das „Aufladen“ eines größeren Tieres auf die Motorhaube und dessen Weiterrutschen von da aus in die Windschutzscheibe wesentlich erleichtert. Wildunfälle müssen auch sich keinesfalls ausschließlich auf dem Lande ereignen – auch in waldnahen Stadtrandsiedlungen können Sie ein Reh oder Wildschwein auf die Motorhaube nehmen. Auch in Innenstadtbereichen kann es durchaus vorkommen, dass Sie mal einen Fuchs überfahren. Als Wildunfälle gelten übrigens nur Zusammenstöße mit Fuchs, Dachs, Hase, Hirsch, Reh oder Wildschwein, bei denen das Fahrzeug beschädigt wurde. In jedem der Fälle gilt: Polizei anrufen und Unfall melden. Schließlich sollte der Wildunfall aufgenommen und aktenkundig sein, wenn Sie bei Ihrer Kfz-Versicherung die Übernahme der Instandsetzung Ihres Fahrzeugs einfordern.

Wildunfälle geschehen nicht am hellichten Tag

Eine Meldung des Wildunfalls ist auch dann erforderlich, wenn Sie das Tier nicht tödlich erwischt haben und es in der Dunkelheit verschwunden ist. Einmal, um ihren Schaden ersetzt zu bekommen, zum anderen, um dem Tier unnötiges Leid zu ersparen: Das aufnehmende Polizeirevier wird en zuständigen Jagdpächter kontaktieren, der dem Wild, sollte er es in der Nähe des Unfallortes aufspüren, den Gnadenschuss gibt. Lassen Sie ein angefahrenes Tier ohne Meldung am Straßenrand liegen, verstoßen Sie gegen das Tierschutzgesetz. Nach einem Wildunfall sollten Sie zunächst einmal nicht vergessen, die Unfallstelle mit dem Warndreieck und sich selbst mit einer Warnweste ordnungsgemäß abzusichern. Schließlich geschehen Wildunfälle zumeist nächtens oder sonstigen schlechten Sichtverhältnissen auf mäßig wenn nicht gar komplett auf unbeleuchteten Straßen, sodass Ihr Fahrzeug dort kaum zu erkennen ist. Wäre ja blöd, wenn zu Ihrem Frontschaden nach unfreiwilligem Kontakt mit der heimischen Tierwelt noch ein Heckschaden durch einen auffahrenden Verkehrsteilnehmer hinzukommt. Hiernach können Sie einige aussagekräftige Beweisfotos der Wildspuren an Ihrem Wagen für die Versicherung schießen und

Was Sie nach einem Wildunfall nicht tun sollten

Die Sau ist tot, und Sie denken daran, sie auf dem heimischen Grill einer kulinarischen Verwertung zuzuführen? Nur zu, solange Sie der Jagdpächter für dieses Gebiet sind. Alle anderen machen siech des Straftatbestandes der Wilderei schuldig. Abgesehen davon haben Sie in der Regel überhaupt keine Ahnung davon, zu erkennen, ob das automobil erlegte Wild gesund ist oder übertragbare Parasiten und Krankheiten mit sich trägt. Auch sollten Sie sich davor hüten, dem angefahrenen Tier zu nahe zu kommen – wenn es nicht tot ist, wird es sich angesichts seiner verletzten Lage womöglich sehr aggressiv verhalten. Und ein Biss von einem tollwütigem Fuchs oder ein Angriff von einem wild gewordenem Eber sind so ziemlich das letzte, was Ihnen gut tut.