Was Sie beim Auto-Tuning beachten sollten

So sind die als Hobby-Tuner auf der sicheren Seite

Auto Tuning hat viele Gesichter – das kann sowohl eine Leistungssteigerung des Motors, ein modifiziertes Fahrwerk oder ein Bodykit zugunsten besserer Aerodynamik sein. Aber worauf sollten Sie besonders Acht geben?

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Grundsätzlich sollten Sie beim Auto-Tuning beachten, dass Ihre Umbauten den bereich der Legalität nicht verlassen – es sei denn, Sie bauen ein reines Showcar. Die größte Hürde für Bastler ist nach wie vor die Prüforganisation, wo der Umbau abgenommen werden muss. Diesen Umstand können Sie leicht umgehen, indem Sie von vorn herein ausschließlich Teile verwenden, die über eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) oder eine so genannte Unbedenklichkeitsbescheinigung verfügen. Häufig ist eine Einbauabnahme bei Rädern, Fahrwerken und Aerodynamik-Bauteilen nötig, egal, ob mit oder ohne ABE. Kommen Sie nicht auf die Idee und glauben, günstig auf Tuning-Messen oder im Onlinehandel geschossene Teile für Ihr Alltagsauto ohne diese Prüfdokumente verwenden zu können. Selbst wenn diese legalen Tuning-Teilen ähnlich sind, wissen sowohl Polizisten als auch Prüfingenieure genau, worauf sie zu achten haben.

Wenn das Auto-Tuning ausartet

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Ergebnis von Ihrem Auto-Tuning: Zieht es zusätzliche Arbeiten nach sich? Dies könnte etwa der Fall sein, wenn Sie Ihrem Fahrzeug ein Sportfahrwerk mit satter Tieferlegung und Breitreifen verpasst haben, und nun die Pneus beim Einfedern oder beim Einlenken an den Radläufen kratzen. Vielleicht ist ja auch Ihr Motortausch geglückt und führt zu einer Verdopplung der Ausgangsleistung. Prima, dann sollten aber auch die Bremsanlage entsprechend aufgerüstet werden. Womöglich brauchen Sie auch ein neues Getriebe, da die originale Kraftübertragung ebenfalls zu schwach dimensioniert sein könnte. Wenn Sie an der Abgasanlage Änderungen vorgenommen haben, die das Abgas- oder Geräuschverhalten verschlechtern, erlischt gemäß StVZO § 19 die Betriebserlaubnis Ihres Fahrzeugs. Außerdem sollten Sie beim Auto Tuning beachten, dass die Alltagstauglichkeit nicht völlig verloren geht, etwa durch eine brettharte Federung, die jede Bodenwelle mit Rückenschmerzen quittiert.

Auch beim Carstyling können Sie ins Fettnäpfchen treten

Auch beim Carstyling, das anders als das Auto-Tuning primär eine optische Verbesserung und weniger eine Verbesserung von Fahrverhalten sowie Fahrleistung als Ziel hat, sollten Sie auf Nummer Sicher gehen. Dies gilt unter anderem für Scheiben und Scheibenfolien, Scheinwerfer, Leuchten und Glühlampen. Auch diese Autoteile dürfen zur Verwendung im öffentlichen Verkehr nur angeboten, verkauft oder erstanden werden, wenn sie mit einem amtlichen Prüfzeichen gekennzeichnet sind. Abgesehen von diesen Anschraub- oder Aufkeleteilen gibt es diverse Karosserie-Umbauten, die Sie besser im Vorfeld mit Ihrem TÜV-Prüfer erörtern, zum Beipsiel den Einbau von Flügeltüren, das Shaven der Türklinken, ein Top-Chop, oder die Änderung der Fahrzeugart wie etwa von Coupé auf Cabrio. Eine vergleichsweise unkomplizierte, aber dennoch sehr auffällige Karosseriemodifikation bleibt Ihnen aber: Die Montage spezieller Scharniere für Scherentüren.

Begehen Sie beim Kfz-Tuning keine FGeschmacksverbrechen!

Eine letzte Sache, die Sie sowohl beim Carstyling als auch beim Auto-Tuning beachten sollten, ist die Außenwirkung: Sicher, es ist Ihr Auto und muss allein Ihnen gefallen. Wenn Sie jedoch auf eine hohen Wiederverkaufswert aus sind, dann sollten Sie auch mal auf die Meinung anderer Auto-Tuner hören.

Bild: Ein stark modifizierter Golf IV ©flickr/Joel Hernandez