Erste Hilfe – Verhalten im Notfall

Beim Erste Hilfe Leisten dürfen Sie auch mal eine Rippe brechen
Erste Hilfe – Verhalten im Notfall

Bevor Sie Ihren Pflichten als Verkehrsteilnehmer nachkommen und Erste Hilfe leisten, sichern Sie sich erst einmal selbst mit Warnblinker, Warnweste und Warndreieck ab. Das wissen Sie aus Ihrem zum Führerschein absolvierten Erste Hilfe Kurs noch. Was aber ist dann zu tun?

Medisave-UK

Aufklärung ist für Erste-Hilfe-Maßnahmen wichtig: Ist die verunfallte Person ansprechbar? Steht sie womöglich unter Schock? Sind auf den ersten Blick Verletzungen erkennbar? Droht eine weitere Gefährdung des Unfallopfers, etwas durch auslaufenden Treibstoff oder einen Brand, schaffen Sie die Person erst einmal in Sicherheit. Alarmieren Sie jetzt die Rettungskräfte unter der Rufnummer 112. Ist die Person ohne Bewusstsein, beginnen Sie mit einer Herzdruckmassage. Hierzu legen Sie das Unfallopfer flach in Rückenlage auf den Asphalt machen und sein Brustkorb frei von Jacken oder Motorradschutzkleidung. Den Druckpunkt für Ihren Handballen finden Sie mittig im Brustkorb auf dem Brustbein.

Lebensrettende Sofortmaßnahmen: Die Herzdruckmassage

Drücken Sie das Brustbein 30 hintereinander kurz und kräftig hinunter. Die Eindrucktiefe sollte bei circa fünf bis sechs Zentimeter liegen. Zwischen zwei Pumpstößen entlasten Sie soll der Brustkorb gänzlich, sonst kann sich das Herz nicht wieder mit Blut füllen. Die optimale Frequenz der Herzdruckmassage beläuft sich auf bei mindestens 100 und maximal 120 Kompressionen in der Minute. Die richtige Körperhaltung macht Ihnen die Erste Hilfe einfacher. Knien Sie aufrecht neben dem Unfallopfer, seine Schultern befinden sich senkrecht über dem Brustbein des Patienten. Drücken Sie rhythmisch mit der Masse Ihres Oberkörpers, wobei Ihre Arme gestreckt und die Ellenbogen durchgedrückt sind. Wenn möglich, wechseln Sie sich mit anderen Zeugen ab – eine Herzdruckmassage ist gerade im Sommer körperlich sehr anstrengend.

Erste Hilfe kommt manchmal nicht ohne Körperverletzung aus

Auch wenn Sie ihren Handballen korrekt platzieren und auch nicht zu fest drücken, kommt es häufig zu Rippenbrüchen. Diese sind am mitunter erschreckend lauten Knacken vernehmbar, und absolut üblich – für Ihren Patienten gehen davon allerdings keine weiterreichende Risiken aus. Aus diesem Grunde sollten Sie auch nach einem oder mehreren Rippenbrüchen die Herzdruckmassage fortführt werden. Gesetzlich belangt werden können Sie für einen bei einer Wiederbelebung verursachten Rippenbruch nicht. Dies gilt im Übrigen für alle Verletzungen oder Sachbeschädigungen wie etwa beschädigte Kleidung, die im Rahmen von Erste-Hilfe-Maßnahmen auftreten. Wohl aber werden Sie gemäß § 323c StGB Sie für unterlassene Hilfeleistung belangt, etwa wenn Sie eine verunglückten Person und weiterfahren, aber keine Erste Hilfe leisten.

Wie können Sie sonst noch Erste Hilfe leisten?

Neben diesen Lebensrettenden Sofortmaßnahmen können Sie auch anderweitig Erste Hilfe leisten – das mag von der Beruhigung der betroffenen Personen, deren Positionierung in der stabilen Seitenlage, dem Überwurf der Rettungsdecke bis hin zur Verarztung kleiner Wunden mit Mullbinden oder Pflastern aus Ihrem Verbandkasten reichen. Wenn Sie die Einweghandschuhe dabei tragen, sollten Sie wissen, dass es damit eher schwierig ist, Heftpflaster oder Klebestreifen handzuhaben – die bleiben bevorzugt an dem Latexmaterial hängen.

Bild: ein Erste Hilfe Set ©flickr/Medisave UK