Nummernschild geklaut – was tun?

Wurde das Kennzeichen geklaut, ist eine Anzeige fällig
Nummernschild geklaut – was tun?

Abends das Auto oder Motorrad am Straßenrand abgestellt, morgens ist das Nummernschild geklaut – und mit diesem Kennzeichen-Verlust darf ein Fahrzeug erst einmal nicht mehr bewegt werden.

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Wurde das Nummernschild geklaut, sollten Autohalter diesen Umstand unverzüglich der Polizei melden. Gleiches gilt, wenn etwa nach dem Besuch einer Waschanlage an Ihrem Pkw Nummernschilder fehlen. Werden die Nummernschilder etwa zum Begehen einer Straftat benutzt, liegt der Verdacht sonst verständlicherweise rasch beim Fahrzeughalter. Nach Anzeigenaufgabe bei der Polizei bekommen Sie eine entsprechende Bescheinigung. Mit dieser Polizei kann man bei der zuständigen Kfz-Zulassungsstelle neue Kennzeichen bestellen. Diesen Weg müssen Sie vermutlich zu Fuß antreten, denn ohne Kennzeichen Auto fahren dürfen Sie nicht – es sei denn, die Polizeibehörde gestattet die Weiterfahrt anhand einer Bescheinigung. Darüber hinaus ist nach dem Kennzeichen-Verlust die eigene Kfz-Versicherung in Kenntnis zu setzen, um spätere Komplikationen auszuräumen. Es könnte ja sein, dass der Dieb mit den gestohlenen Schildern an seinem Pkw in einen Verkehrsunfall verwickelt ist.

Wurde das Kennzeichen geklaut oder nur verloren?

Das verlorene oder geklaute Kfz-Kennzeichen bleibt für einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren gesperrt, was für Halter von Autos mit Wunschkennzeichen ein zusätzliches Ärgernis darstellt. Geht der Fahrzeughalter sicher davon aus, dass er ein Nummernschild verloren hat, kann er diesen Verlust auch unmittelbar bei der Zulassungsstelle kundtun. Normalerweise muss er hierzu eine Eidesstattliche Versicherung abgeben oder eine Verlusterklärung ausfüllen. Entsprechende Formulare sind auf den Websites der Zulassungsstellen oder beim Straßenverkehrsamt herunterzuladen. Es wird empfohlen, für die Beantragung neuer Kennzeichen den Personalausweis oder Reisepass, die Diebstahs-Bescheinigung der Polizei, die Zulassungsbescheinigungen Teil I und Teil II – besser bekannt als Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief – sowie das Ergebnis der jüngsten Abgas- und Hauptuntersuchung mitzubringen.

Die Kennzeichen-Kosten tragen zumeist Sie

Die Zulassungsstellen sorgen dafür, dass das abhanden gekommene Kennzeichen in die Fahndungslisten aufgenommen wird und kennzeichnen das Fahrzeug neu. Gibt’s noch ein altes Nummernschild, wird dieses von der Zulassungsstelle direkt einkassiert. Nun ist das Portmonee zu zücken, denn es erwarten Sie Kosten für die neuen Nummernschilder und weitere Gebühren, wenn Sie besondere Nummern und Buchstaben für Ihr Kennzeichen reservieren wollen. Sämtliche Papiere und auch die Umweltplakette müssen aktualisiert werden, da auf ihnen das die Autonummer angegeben ist. Diese Umkennzeichnung kostet inklusive neuer Schilder um 60 Euro. Nur wenn das im Kaskovertrag ausdrücklich so abgemacht ist, kommt Ihre Versicherung für die Kennzeichen-Kosten auf. Schilderdienste versichern derartige Kosten aber manchmal beim Erwerb neuer Kfz-Schilder.

So wird Ihr Nummernschild nicht noch einmal geklaut

Wer sich diese Unannehmlichkeiten sparen will, sollte regelmäßig kontrollieren, ob die Kennzeichen noch fest sitzen. Damit nicht noch einmal die Nummernschilder geklaut werden, ist es überdies hinaus ratsam, sie anstelle des üblichen Kunststoffhalters mit speziellen Torx-Bolzen direkt ans Fahrzeug zu schrauben. Den Schraubenkopf zeichnet eine besondere Prägung aus, die den Einsatz eines Spezialwerkzeugs erfordert, auf der dahinter liegenden, von potentiellen Dieben nicht erreichbaren Seite sorgt eine selbstsichernde Mutter dafür, dass Ihre Nummernschilder bei Ihnen bleiben.

Bild: Festgeschraubt hält Ihr Kennzeichen besser als eingerahmt ©flickr/Stefan Funke