Standspur bei Stau benutzen – ist das erlaubt?

Auch Sie dürfen nicht auf dem Seitenstreifen fahren
Standspur bei Stau benutzen – ist das erlaubt?

Rushhour, Unfall oder Baustelle – der verkehrt steht, und nur einen kleines Stückweiter ist ihre Autobahnausfahrt? Verständlich, dass Sie die Standspur bei Stau benutzen wollen. Das lassen Sie aber besser bleiben.

3542552903_87a3ae861a_b

Wann immer Sie die Standspur bei Stau benutzen, wird Ihnen der Ärger Ihrer Mitmenschen gewiss sein, die sich an die Verkehrsregeln halten – denn dieses verhalten ist untersagt. Einerseits, um im Stau einen Weg für die Einsatzkräfte und Abschleppwagen freizulassen, andererseits gefährden Sie womöglich die Insassen liegengebliebener Fahrzeuge, die auf dem Standstreifen auf den Pannendienst warten. Natürlich können Sie einwenden, das sähe man ja tagtäglich auf der Autobahn, aber damit bei können Sie sich der Polizei oder gar vor Gericht nicht herauswinden. Erlaubt ist das Fahren auf der Standspur nur im Notfall oder wenn die Polizei – zum Beispiel bei einer Vollsperrung – den Streifen offiziell für jedermann freigibt.

Was kostet Sie das Fahren auf dem Seitenstreifen?

Der Gesetzgeber lässt es sich nicht bieten, dass Sie die Standspur bei Stau benutzen und will derartigem Fehlverhalten mit einer Geldbuße und jeweils einem Punkt in Flensburg entgegenwirken. Zwei Delikte kommen für Sie in Frage:

  • Bußgeldkatalog-Nummer 88: Seitenstreifen zum Zweck des schnelleren Vorwärtskommens benutzt – 75 Euro Bußgeld
  • Bußgeldkatalog-Nummer 17: Außerhalb geschlossener Ortschaften rechts überholt – 100 Euro Bußgeld

Standspur bei Stau benutzen – Fahranfänger leiden doppelt

Nummer 18 könnte zutreffen, wenn Sie bei Ihrem Rechtsaußen-Auftritt nach dem Standstreifen auf einen Beschleunigungsstreifen oder die Abfahrspur kommen. Dort dürfen Sie zwar fahren, allerdings nicht schneller als die übrigen Verkehrsteilnehmer auf den Hauptfahrspuren. Damit würden Sie rechts überholen, da dir übrigen Verkehrsteilnehmer ja stehen oder bestenfalls langsam vorankommen. Ein Fahrverbot winkt in beiden Fällen nicht. Führerscheinnovizen mit Fahrerlaubnis auf Probe dürfen beim Erwischtwerden gleichfalls in beiden Fällen damit rechnen, ein Aufbauseminar für Fahranfänger besuchen zu dürfen, da beide delikte der FaP-Kategorie A angehören, also eine schwerwiegende Zuwiderhandlung darstellen.

Bild: Die Standspur ist belegt. Kein Durchkommen für Rettungskräfte ©flickr/Kunstee