Was passiert beim mehrmaligen Durchfallen bei der Fahrprüfung?

Wie oft dürfen Sie die praktische Führerschein-Prüfung wiederholen?
Was passiert beim mehrmaligen Durchfallen bei der Fahrprüfung?

Ob schweres Lampenfieber, unpassender Fahrstil oder Unaufmerksamkeit – es gibt viele Möglichkeiten, durch die praktische Führerschein-Prüfung zu rasseln. Doch was passiert beim mehrmaligen Durchfallen bei der Fahrprüfung?

Henry-Burrows

Vorfahrt missachtet, zu dicht aufgefahren oder Rotlicht-Verstoß, bei der Fahrprüfung durchfallen kann schnell geschehen. Dann ist erst einmal mindestens zwei Wochen Pause: Erst nach Ablauf dieser Zeit darf ein zweiter Versuch gewagt werden. In der Zwischenzeit sollten nicht nur die zum Scheitern der Prüfung führenden Fehler mit dem Fahrlehrer erörtert werden, sondern auch einige Fahrstunden absolviert werden. Ziel ist, die am Lenkrad in der nächsten Prüfung souveräner zu agieren und die gemachten Fehler, in Zukunft nicht zu wiederholen. Auch wenn es rein rechtlich möglich ist, die praktische Führerschein-Prüfung für eine Fahrerlaubnis der Klasse B schon vor dem Ablauf von zwei Wochen nach dem Durchfallen abzulegen, ist dies gerade in Anbetracht der meist klammen Kassen der Fahrschüler nicht unbedingt sinnvoll. Zwar lässt sich ein Antrag zwecks einer diesbezüglichen Ausnahmegenehmigung stellen, aber dieser erhält von den zuständigen Behörden in der Regel keinen positiven Bescheid, auch wenn die Antragstellung mit einer zusätzlichen Gebühr verbunden.

Nicht unbegrenzt können Sie die praktische Führerschein-Prüfung wiederholen

Mit der zusätzlichen Fahrpraxis nach dem Scheitern sollte ein erneutes Durchfallen bei der Fahrprüfung eigentlich nicht vorkommen. Hat man Aber drei Mal die praktischen Führerschein-Prüfung versemmelt, muss eine Pause von drei Monaten bis zur nächsten Prüfung eingelegt werden. Nach dem Ablauf der drei Monate dürfen wiederum drei Versuche erfolgen. Wer drei mal gescheitert ist, sollte – auch aus finanziellen Gründen – alles daran setzen, alsbald Erfolg zu haben. Denn nach sechsmaligem Durchfallen bei der Fahrprüfung, gilt bei der Führerschein-Behörde wahrscheinlich auch völlig zu Recht als zur Führung eines Kraftfahrzeugs ungeeignet und darf das Amt in der Folge vom Gegenteil überzeugen: Jetzt wird geprüft, ob sich der „Wiederholungstäter“ überhaupt zur Teilnahme am Straßenverkehr eignet. Das beideutet für den bislang glücklosen Kandidaten Ab zur MPU. Diese Medizinisch-Psychologische Untersuchung dient der Feststellung, ob überhaupt eine Fahreignung vorliegt oder ob der Fahrschüler generell von den Prüfungen auszuschließen ist. Nur wer die MPU erfolgreich meistert, darf noch mal zur Praktischen Fahrprüfung antreten. Die MPU selbst und auch die freiwilligen Vorbereitungsseminare kosten eine Stange Geld, nicht selten mehr als die bisher angefallenen Fahrschulkosten.

Durchfallen bei der Fahrprüfung:

Achten Sie auf die Zeit! Ob nun tatsächlich eine MPU bestanden werden muss oder nicht, ist für einen weiteren wichtigen Punkt nebensächlich: Die praktische Führerschein-Prüfung für die Klasse B muss binnen zwölf Monaten nach Bestehen der hierzu nötigen theoretischen Prüfung abgelegt werden. Vergeht zwischen bestandener Theorieprüfung für den Pkw-Führerschein und der praktischen Fahrprüfung übe ein Jahr, so ist die theoretische Prüfung, da nun hinfällig, noch einmal neu abzulegen. Hier ist es möglich, dass dann nicht nur nochmals die Kosten für die Theorieprüfung anfallen, sondern die Fahrschule auch abermals die Grundgebühr erhebt, da die Fahrausbildung dann deutlich mehr Zeit als üblich in Anspruch nimmt.

Bild: Falschrum durch den Kreisverkehr – keine Chance bei der Fahrprüfung ©flickr/Henry Burrows