Wie sinnvoll sind Aufbauseminare für den Führerschein?

Mit erfolgreicher Teilnahme an ASF oder FES bleibt die Fahrerlaubnis erhalten
Wie sinnvoll sind Aufbauseminare für den Führerschein?

Nach Umstellung des Punkteregisters für Kraftfahrer im Mai 2014 hat sich auch eine Änderung im Bereich der Aufbauseminare für den Führerschein ergeben: Das ASP wird durch das FES ersetzt, das ASF bleibt. Doch lohnen sich diese Führerschein-Seminare?

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Führerschein-Aufbauseminare haben zweierlei Hinterrund: Einerseits sollen auffällige Fahranfänger auf ihre Fehler sensibilisiert werden, um sie in Zukunft nicht mehr zu machen. Und andererseits müssen die Seminare gemäß § absolviert werden, sonst war’s da mit der Pappe. Das ASF (Aufbau-Seminar für Fahranfänger) wird innerhalb von zwei bis vier Wochen in Gruppen von mindestens sechs und höchstens zwölf Teilnehmern ausgetragen. Es werden vier Sitzungen zu jeweils 135 Minuten gehalten. Zwischen der ersten und der zweiten Sitzung hat jeder Teilnehmer eine 30minütige Beobachtungsfahrt durchzuführen. Eine Prüfung müssen die Teilnehmer vom ASF bei Seminarende nicht ablegen, es herrscht jedoch unbedingte Anwesenheitspflicht. Sollte binnen der vom Amt festgelegten Frist die Teilnahme an einem Führerschein-Aufbauseminar nicht erfolgen, wird ausnahmslos der Führerschein einkassiert, was bedeutet, dass die Fahrerlaubnis entzogen ist.

Aufbauseminar für den Führerschein durch FES erweiterbar

Wer erfolgreich ein Aufbauseminar für den Führerschein absolviert hat, kann darüber hinaus einmal innerhalb von fünf Jahren ein Punkt im Kraftfahr-Register durch freiwillige Teilnahme an einem Fahreignungsseminar (FES) streichen lassen. Diese Möglichkeit steht auch all jenen Kraftfahrern offen, die ihre Probezeit schon längst hinter sich gebracht, aber einige Punkte gesammelt haben. In jedem Fall gilt: Maximal fünf Punkte dürfen vorhanden sein, durch freiwillige Teilnahme an einem FES lässt sich allerdings ein Punkt abbauen. Bei ein bis drei Punkten gibt es eine Vormerkung, aber keine Benachrichtigung für Betroffene Führerschein-Inhaber, beläuft sich das Punkte-Konto auf vier oder fünf Zähler, tritt die erste Mahnstufe in Kraft, Betroffene werden von der Fahrerlaubnisbehörde schriftlich verwarnt und freundlich auf die Option hingewiesen, an einem Fahreignungsseminar freiwillig teilzunehmen. Beträgt der Punktestand sechs bis sieben Punkten, kommt in der jetzigen zweiten Mahnstufe ebenfalls eine schriftliche Verwarnung mit Hinweis auf einen freiwilligen FES-Besuch. Punkte abbauen lassen sich in diesem Stadium indes nicht mehr. Bei acht und mehr Punkten in Flensburg gilt Mahnstufe drei, der Führerschein ist sofort weg.

FES – das Fahreignungsseminar ist wie eine stark abgespeckte MPU

Das für risikofreudige Fahrer wegen des Punktabzugs besonders sinnvolle Fahreignungsseminar umfasst einen verkehrspädagogischen sowie einen verkehrspsychologischen Teil. Die verkehrspädagogische Lektion wird in einer Fahrschule in zwei Modulen á 90 Minuten gegeben. Dabei ist zu beachten, dass das zweite Modul frühestens sieben Tage nach Abschluss des ersten abgehalten werden darf. Die verkehrspsychologische Teilmaßnahme beinhaltet zwei 75-minütige Einzelsitzungen und findet bei einem Seminarleiter mit Seminarerlaubnis für Verkehrspsychologie statt. Sitzung zwei darf frühestens 21 Tage nach Abschluss der ersten Sitzung in Angriff genommen werden.

Bild: Zum Aufbauseminar geht’s in die Fahrschule ©flickr/Metro Centric