Wohnen im Auto? Ist das erlaubt?

Im Auto Wohnen kann Spaß machen
Wohnen im Auto? Ist das erlaubt?

Sein Auto als Wohnung zu nutzen, erweist sich als schwierig: Aufgrund der in Deutschland herrschenden Meldepflicht ist beim jeweiligen Einwohnermeldeamt immer eine Meldeadresse anzugeben. Unmöglich ist das Wohnen im Auto dennoch nicht.

John-Atherton

Vor dem Wohnen im Auto empfiehlt es sich, mithilfe der noch vorhandenen Meldeadresse ein Postfach oder eine Briefkastenadresse anzumieten. An letztere können auch Pakete geschickt werden, zudem dorthin wirkt es seriös. Nahezu unvermeidbar ist eine Anmeldung bei einem Fitnessstudio oder eine Monatskarte im Schwimmbad – da gibt es Duschen und Toiletten. Zudem empfiehlt es sich, einen Mobilfunkvertrag mit großem Datenvolumen abzuschließen, um nicht wegen jeder Kleinigkeit ein Internet-Cafe aufsuchen zu müssen. Was an bedeutsamem Papierkram anliegt, sollte erledigt werden, solange noch eine richtige Adresse vorhanden ist. Wertgegenstände sollten besser in einem Bankschließfach als im Handschuhfach verstaut werden. Die Wahl des Fahrzeugs ist einfach: Richtig wohnen kann man in keinem Auto, sich für ein erholsames Schläfchen ausstrecken auch nur in großen Vans und Kombis. Ideal ist also ein ausgemusterter Transporter, dessen Mobilität die Mitgliedschaft in einem Automobilclub sicherstellt.

Im Auto Wohnen heißt nicht auf jede Annehmlichkeit verzichten

Das Wohnen im Auto oder besser im Nfz erfordert eine Matratze und ein Chemieklo – Austreten im Gewitter und bei Nacht ist nicht jedermanns Sache – aufnimmt sowie genügend Stehhöhe bietet, um aufrecht zu gehen. Weiterhin nötig sind ein Gaskocher, um vor dem Wagen Mahlzeiten zubereiten zu können, ein großer Wasserkanister, um ein Mindestmaß an Körperhygiene zu ermöglichen, abzuspülen und Heißgetränke zubereiten zu können sowie eine Kühlbox, um Kaltes zumindest kurzzeitig kalt halten zu können. Mit einem festen Gestell kann auch im Transporter gekocht werden, wenn ausreichend gelüftet wird – Gefahr einer Kohlenmonoxid-Vergiftung! Beim Wohnen im Auto die Fahrzeugbatterie ständig anzuzapfen ist nicht empfehlenswert, denn vom mehrheitlichen Herumstehen lädt sie sich nicht wieder auf. Ganz wichtig: mit Tönungsfolie neugierigen Blicken vorbeugen. Sollte der Lieferwagen keine abgetrennte Fahrerkabine haben, hilft hier auch blickdichter Stoff.

Das Wohnen im Auto verlangt täglich nach neuen Stellplätzen

Mit Autos und Wohnmobilen einmaliges Übernachten am Straßenrand grundsätzlich zulässig – sofern an der jeweiligen Stelle kein Parkverbot herrscht. Zum Parken bieten sich Industriegelände und Businessparks an; dort geht es tags zwar meist laut, dafür nachts umso stiller zu. Kleine Gewerbegebiete in der Nähe von Wohngebieten eignen sich am besten zum Wohnen im Auto, zudem sind dort oft auch Supermärkte in der Nähe. Parkplätze von großen Einkaufszentren sind aus diesem Grund auch nicht schlecht, allerdings nur selten ruhig. Weiterhin ist es ratsam, für ein bis zwei Nächte pro Woche einen offiziellen oder Campingplatz anzusteuern. Dort kann man nicht nur im Auto wohnen, ohne schräg angeguckt zu werden, sondern auch die Wäsche waschen und den Wasservorrat auffüllen und die Chemietoilette leeren. Zudem sollte die Gelegenheit wahrgenommen werden, elektronische Geräte aufzuladen oder anzuschließen.

Bild: Zum Wohnen im Auto ist eine geräumiges Fahrzueg nötig ©flickr/John Atherton